Hammer, Gewicht und Isarwackerstein: Die Bayerischen Meisterschaften im Rasenkraftsport

„Metall oder Echt-Stein?“ So oder so ähnlich hätte die Frage lauten können, wenn es am vergangenen Wochenende bei den bayerischen Rasenkraftlern ums Steinstoßen ging. Die haben sich anlässlich der Landesmeisterschaften im Wurf-Mekka Zuchering eingefunden und lieferten dort bei besten Bedingungen spannende Titelkämpfe ab. Es wurden aber nicht nur die gewöhnlichen Wettkämpfe, sprich Dreikampf, Gewicht und Steinstoß, ausgetragen, sondern es fand auch die Steinstoßstaffel statt – bei der waschechte Isarwackersteine statt den altbekannten Eisenquadern zum Einsatz kamen. Insgesamt acht Mannschaften schlossen sich für diesen Wettbewerb der besonderen Art zusammen, den Titel in dieser Kategorie plus Pokal sicherten sich fünf Athletinnen und Athleten des USC München.

Aber nicht nur in der Staffel wurde zusammengehalten wie Pech und Schwefel. Schon während der Einzelwettkämpfe unterstützte man sich gegenseitig und auch den Ausrichter SV Zuchering, der wie immer eine herausragende Veranstaltung auf die Beine gestellt hat. Trotz der großartigen Organisation war es für viele selbstverständlich, zusätzlich beim Gerätetragen und Messen abwechselnd zu helfen, damit ein jeder Teilnehmer genügend Zeit zur Vorbereitung und für den Wettkampf selbst hatte.

In dieser familiären Atmosphäre ließen die Top-Leistungen nicht lange auf sich warten. Sebastian Schober und Johannes Höß vom SV Achenmühle legten in den zwei niedrigeren Gewichtsklassen vor und sicherten sich so die Dreikampftitel. Höß durchbrach dabei dank seiner kraftvollen Hammer- und Gewichtwürfe die 2000-Punkte-Marke, was gleichzeitig Platz 2 in der gesamtdeutschen Bestenliste bedeutet.

Schier unglaubliche 3015 Punkte, eine Weite von 69,82 m im Hammer sowie 29,12 m im Gewicht und über 9 Meter im Stein erreichte der Top-Athlet Tristan Schwandke (TV Hindelang) in der Klasse über 90 kg und entschied dadurch den Titelkampf deutlich für sich. Etwas enger ging es da um Platz 2 und 3 zu: Peter Huber aus Garching lag nach Hammer und Gewicht auf Platz 2, dann rückte aber Michael Kriener von der WG Augsburg-München durch einen tollen Steinstoß mit 8,71 m doch noch mal auf, konnte aber den Vorsprung nicht ganz aufholen.

Bei den Frauen unter 68 kg war es wohl die spannendste Entscheidung des Tages: Christina Schmid vom TSV Plattling lag nach dem Gewichtwurf nur winzige 4 Punkte vor Fedora Bleicker aus Aschaffenburg, welche sich aber nach einem hervorragenden Steinstoß mit 8,35 m an die Spitze des Feldes setzte. Im abschließenden Hammerwurf konnte Schmid aber kontern und gewann so den Dreikampf sowie Gewicht, der Titel im Steinstoß geht aber nach Aschaffenburg.

Auch die Frauen über 68 kg zeigten ihr Können: Lucie Holzapfel, ebenfalls aus Aschaffenburg, knackte die 50-Meter-Marke im Hammerwurf und legte im Gewichtwurf starke 25,24 m vor, was ihr den Sieg im Dreikampf bescherte. Im Steinstoß musste sie sich nur der amtierenden Deutschen Hallen-Meisterin, Sabrina Zeug von der SG Hausham, geschlagen geben. Die zeigte ihr hier einmal mehr einen Stoß von über 13 Metern.

Wie immer zu den Bayerischen Meisterschaften waren auch die Senioren in Zuchering zahlreich vertreten. Besonders erfreulich ist dabei, dass man unter ihnen auch dieses Mal wieder einige neue Gesichter fand. So war der TSV Deggendorf bei den Seniorinnen 2 gleich mit drei Teilnehmerinnen am Start, die mit Erfolg ihren ersten Freiluft-Wettkampf bestritten. Aber auch die alten Bekannten verloren nichts von ihren Kräften und so siegte z.B. bei den Senioren 4 in der gut besetzten Klasse unter 87 kg Josef Eder von der WG Augsburg-München mit 2079 Punkten vor Hans-Peter Schonert aus Aschaffenburg und Klaus Rückert vom TV Haibach.

Mit dieser Mischung aus Altbekanntem und Neuem sowie Natur- und Metallsteinen absolvierten die Rasenkraftsportler erfolgreich ihren ersten Saison-Höhepunkt, der abschließend noch von einer ganz besonderen Leistung gekrönt wurde: Beim anhängigen Hammerwurf-Turnier konnte Tristan Schwandke nach seinem Titelgewinn seine Wurfweite noch einmal auf sagenhafte 72,57 m steigern, was die IAAF bereits anerkannt hat und somit auch den Platz 1 in der deutschen Bestenliste bedeutet. Dies sowie auch die vielen anderen herausragenden Leistungen zeigen, dass mit den bayerischen Rasenkraftlern auf nationaler Ebene auf jeden Fall zu rechnen ist!

Die komplette Ergebnisliste findet ihr unter der Rubrik Ergebnisse und mehr Bilder gibt’s auf Facebook in der Bildergalerie

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[Sabine Fick, Pressewart BRTV]